Gavra Racing – BMW 2002 Lauf 2

BMW 2002

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Eine Woche vergeht wie im Flug, und Wochenenden sind mit einem Wimpernschlag vorbei. Montag, von den meisten gehasst. Ich mag ihn inzwischen, denn Montag ist Raceday. Wie angekündigt, wir bleiben in England und fahren in Donington auf der verkürzten National Variante. Eine historische Rennstrecke, die bereits 1931 eröffnet wurde und 1993 sogar einmal einen Formel 1 Grand Prix ausgetragen hat, welchen Legende Ayrton Senna für sich entscheiden konnte. Unzählige Bodenwellen, fiese Kurven und eine schmale Streckenführung verleiten richtig zu Fehlern. Doch hat man die Strecke und ihre Tücken erstmal im Blut, kommt man nicht mehr los von ihr.

Dieses mal schien es im Training, als hätte ich die Nase vorn. Yves kam nicht ganz so gut mit der Strecke klar wie ich und so war ich immer ein paar Zehntel schneller. Ich hatte mein Auto etwas weicher abgestimmt als letzte Woche, was es insgesamt gutmütiger und einfacher zu Fahren machte. Im Rennen, war ich überzeugt, wird die Konstanz wichtiger als einzelne Rundenzeiten sein. Ein großer Unterschied zum ersten Rennen war, dass für das Qualifying leichter Regen erwartet wurde. So haben wir uns auch auf diese spezielle Bedingungen eingestellt und gehofft, das wir wieder vorne stehen.

Am wichtigsten bei Regen in Project Cars ist es, so schnell wie möglich raus zu fahren. Die Bedingungen werden von Minute zu Minute schlechter, und so ist es nach wenigen Runden kaum mehr möglich, halbwegs vernünftige Zeiten zu fahren. Ich schaffte es, als erster auf die Strecke zu gehen, pushte was das Zeug hielt, um die Reifen irgendwie auf Temperatur zu bringen und wenn möglich in der ersten gezeiteten Runde auf Pole zu fahren. Natürlich stand ich mir selbst im Weg. Ich rutschte in einer Kurve raus und das Gras schien mich nicht mehr los zu lassen. Mit 2,7 Sekunden Rückstand war ich im Nirgendwo. Also, ein neuer Versuch. Und nun passte es besser aber die Pole verpasste ich, da ich 37 Tausendstel hinter GureGure ins Ziel kam. Yves fuhr dann wie aus dem nichts noch mal um 4 Zehntel schneller und schnappte sich endgültig erste Startposition und bei mir blieb es bei Platz 3. Das mein Speed im Rennen passen wird, wusste ich. Also wollte ich auf jeden Fall den Start ruhig angehen und eine Kollision vermeiden. Doch die Aufstellung bot reichlich Zündstoff. Yves hat leider immer Probleme beim Start, da ihm die Drehzahl oft abfällt und auf den ersten Metern viel Boden verliert. Da er vor mir steht und ich die Starts einigermaßen gut hin kriege, war die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ich mich neben ihn setzen muss. Das wäre kein Problem, wäre da nicht noch GureGure, der auch ein guter Starter ist und so sah ich uns schon zu Dritt auf Kurve eins zufahren.

Und genau so kam es. Ich fand mich praktisch in der Mitte eines Sandwichs gefangen auf Kurve 1 zustürmen. Yves innen, Gure Außen. Ich war um die halbe Wagenlänge vorne, und so sah ich die Chance, Yves innen durch und Gure außen übrig zu lassen. Das Manöver gelang. Anders als geplant, aber wir blieben vorne. Ich spürte nur einen kurzen Schlag. Mein Gegner muss mich berührt haben, dann sah ich ihn auch schon im Kies. Zu dem Zeitpunkt hab ich nur gehofft, keinen Fehler gemacht zu haben. So will keiner gewinnen! Egal, Konzentration und nach vorne attackieren. Hinter mir war plötzlich GJDM, doch der drehte sich in Runde 1 weg. Daraufhin war Solosolita mein nächster Verfolger. Ich konnte die erste Zeit an Yves dran bleiben, doch nah 10 Minuten war er mir schon wieder 6 Sekunden enteilt. Hinter mir war da dann schon SoggySquirrel, der sich beachtlich lange rund 4 Sekunden hinter mir hielt. Ich hatte zwar alles unter Kontrolle, aber ich wusste auch, mir darf kein großer Fehler passieren, sonst bin ich P2 los. Und so fuhren wir unsere Runden. Irgendwann hatte ich 8 Sekunden Rückstand, aber 15 Sekunden Vorsprung und ich sah uns relativ langweilig den nächsten Doppelsieg einfahren. Doch Yves sorgte noch für Spannung als er 10 Minuten vor Schluss ins Mikro schrie: Achtung, ich steh da, ich hab die Karre weg geworfen! Ich sah meine Chance, vielleicht doch noch zu gewinnen und stand plötzlich mit beiden Beiden am Gaspedal doch es reichte nicht. Ich kam aber bis auf eine Sekunde ran und so musste sich mein Kollege mit etwas völlig neuem beschäftigen: Druck. Und siehe da, er konnte mir zwar immer wieder etwas davon ziehen, machte aber mehrere kleine Fehler und so blieb ich dran. Wäre gelogen, wenn ich sagen würde es wäre mir egal wer von uns zwei gewinnt. Schließlich fahren wir alle um den Sieg. Doch er behielt die Nerven und zum Schluss kamen wir noch in eine Menge zu Überrundender was mir unendlich viel Zeit kostete. Letztendlich kam ich dann 5 Sekunden hinter meinem Teamkollegen ins Ziel und mir bleibt nichts übrig, als ihm für die herausragende Leistung zu gratulieren. Ein echter Grand Slam wie er im Buche steht. Pole, Sieg, Schnellste Runde und von Start bis ins Ziel in Führung gelegen. Besser kann man es nicht machen, und ich bin froh, einen so guten Teamkollegen zu haben!

Rennergebnis Donington

Meine nächste Chance habe ich dann kommenden Montag auf dem Kurs von Silverstone in der Classic Variante. Dort sind wir auch schon mal gefahren und eines ist sicher: Einfacher wird es dort nicht für mich. In der Teamwertung sind wir natürlich schon komfortabel vorne nach zwei Doppelsiegen. Von mir aus kann es so weiter gehen!

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